Religion & Ethik

Warum Religion als Schulfach?

Religion als Unterrichtsfach bedeutet: reflektierte Auseinandersetzung mit Fragen des Glaubens und der Philosophie. Religion als Unterrichtsfach bedeutet nicht Katechese, also bloße Einführung in die Glaubenslehre einer bestimmten Religion.

Vor dem Hintergrund der Verankerung in einer bestimmten religiösen und konfessionellen Tradition werden die großen Fragen und Themen des religiösen Glaubens und des den Glauben verstehen wollenden Denkens diskutiert und bearbeitet. Religiöse Verankerung bedeutet nicht religiöse Engstirnigkeit, sie bedeutet vielmehr, junge Menschen vor dem Hintergrund einer bestimmten religiösen Überzeugung und Heimat das „religiöse Denken“ zu lehren, um ihnen so eine bewusstere, reflektierte Position zum Glauben, in den sie hineingeboren worden sind, für den sie sich selbst einmal entschieden haben oder für den sie sich vielleicht noch entscheiden wollen, zu ermöglichen.

Einführung in Religion bedeutet immer auch Heranführung an religiöses, spirituelles Erleben und Fühlen. Dass einem Schulfach hier Grenzen gesetzt sind, liegt auf der Hand. Diese Grenzen ein wenig zu weiten, ist Aufgabe von Schulgottesdiensten, Meditationen und Exkursionen. Die Exkursionen dienen nicht zuletzt auch dazu, ein wenig über den eigenen religiösen Tellerrand zu blicken. Dazu wird entsprechend der Lehrplaninhalte im Laufe des Schullebens am WG eine Moschee sowie eine Synagoge besucht und damit eine Begegnungsmöglichkeit mit Vertreterinnen und Vertretern einer anderen Religion ermöglicht. Darüber hinaus wandeln die Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgangsstufe in Nürnberg auf den Spuren der Reformation und können so einem Teil der bayerischen Kirchengeschichte nachspüren.

Katholische Religionslehre,
Evangelische Religionslehre,
Ethik

Eines dieser drei Fächer besucht jede Schülerin bzw. jeder Schüler eines bayerischen Gymnasiums von der 5. bis zur 13. Klasse, jeweils zwei Stunden pro Schulwoche. Wer katholisch oder evangelisch ist, besucht in der Regel den Religionsunterricht seiner Konfession. Wer einer anderen Konfession angehört oder ohne Bekenntnis ist, nimmt am Ethikunterricht teil oder entscheidet sich bewusst dafür, den konfessionellen Religionsunterricht zu besuchen. Der Religions- bzw. Ethikunterricht stellt ein im Grundgesetz und in der Bayerischen Verfassung verankertes ordentliches Unterrichtspflichtfach dar, das versetzungsrelevant ist.

Inhalte des Fächer

Die Jahrgangsstufen 5 – 11 bieten eine Einführung in die zentralen Themenfelder der Bibel, in die wichtigsten Etappen der Kirchengeschichte, die Hauptinhalte des christlichen, katholischen bzw. evangelischen Glaubens, die grundlegenden Fragen ethisch verantworteten Handelns sowie eine Grundorientierung über die nichtchristlichen Religionen.

In der Oberstufe treten die kirchenhistorischen Themen in den Hintergrund, die anderen Felder bleiben und werden durch elementare Themen der Philosophie ergänzt, die insbesondere die Gottesfrage, Fragen der Religionskritik sowie Probleme des denkerischen Selbstverständnisses von Religion betreffen.

Dabei wird in allen Jahrgangsstufen auch bewusst die Begegnung mit persönlichen Erfahrungen, Wünschen und Zielen ermöglicht sowie eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben angestoßen, um nicht nur fachliches, sondern auch persönliches Wachstum zu fördern