Griechisch

Griechisch – Bildung ohne Verfallsdatum
gibt Wurzeln und verleiht geistige Flügel.

Michael Hotz, Schulleiter

Basisfach Griechisch

Griechisch ist im eigentlichen Wortsinn das Basisfach des Gymnasiums: Griechisch führt zu den Wurzeln unserer europäischen Kultur und Tradition. Denn die Griechen stecken eigentlich hinter Allem: Sie haben all die wichtigen Gedanken, die wir heute denken und diskutieren, schon vor über 2000 Jahren gedacht – und das in einer Klarheit und Präzision, die auch heute noch beeindruckt.

Hier liegt der Ursprung fast jeder Idee, die wir je verfolgt haben: von der Herrschaft des Volkes und der eines jeden Einzelnen über sein Schicksal, vom Verstehen der Welt durch die Vernunft und die Wissenschaft, von der immer neuen Kraft zur Selbsterfindung und von der Geschichte, vom Fühlen der Welt durch das Erzählen – der Poesie, dem Theater, der Tragödie ebenso wie der Komödie. Wer über das A und O, das Alpha und Omega, unseres Lebens nachdenkt, kommt am Griechischen nicht vorbei – denn im Denken der Griechen steht immer der Mensch im Zentrum.

Denken lernen

An den Texten der Griechen lernt man vor allem eines: Denken – analytisches und kombinatorisches, logisches wie problemlösendes, vor allem aber kritisches Denken. Nicht umsonst sind Krisis und Skepsis Begriffe, die die Griechen geprägt haben: zum einen das krinein, das wohlüberlegte beurteilen von Sachverhalten und zum anderen das skeptein, die vernunftgesteuerte, sorgfältig abgewogene Prüfung von Dingen, die eben nicht widerspruchslos alles übernimmt, was einem so angeboten wird. Diese Fähigkeit zum kritischen Hinterfragen der Dinge, Sachverhalte richtig einzuschätzen, abgewogen zu beurteilen und ggf. korrigierend einzugreifen, stellt – besonders in Zeiten von Künstlicher Intelligenz – die vielleicht wichtigste Kompetenz dar, die moderner Griechischunterricht vermitteln kann. Denn nur im Dialog und im ständigen Hinterfragen findet man mit größerer Wahrscheinlichkeit die Wahrheit – frag nach bei Sokrates.

Griechische Schrift? – Kein Problem!

Wir alle schreiben und lesen Griechisch! Das liegt daran, dass die Römer das von den Griechen entwickelte Alphabet übernommen und für ihre Sprache angepasst haben. Deshalb ist etwa die Hälfte der Buchstaben unseres lateinischen Alphabets genau gleich (A,B,E,I,K,M,N,O,T,Y,Z).
Viele Buchstaben sind auch aus der Mathematik und den Naturwissenschaften bekannt (Winkel α, β, γ etc., Wirkungsgrad η), so dass das Lesen der griechischen Schrift kein Problem darstellt.

Kultursprache Griechisch

Die Beschäftigung mit der griechischen Sprache fördert sowohl die Ausdrucks- und Analysefähigkeit im Deutschen, als auch die Lesekompetenz sowie die Fähigkeit zur Durchdringung und Erschließung komplexer Texte.

Damit werden auch die Sinne geschärft für die Überzeugungs- und Manipulationskraft von Sprache. Zugleich wollen wir unseren Schülerinnen und Schülern aber auch das Empfinden für die Klangfülle und rhythmische Eleganz des Griechischen erschließen und ihnen so die Schönheit von Sprache, Literatur und Kunst näher bringen.

Kalligraphie, Geothermie & Co.

Ob Demagoge, Polymer, Nanotechnologie oder Geriatrie – für unsere Schülerinnen und Schüler stellen solche Begriffe keine große Hürde dar. Sie können die vielen Fremdwörter aus dem Griechischen, die wir täglich benutzen, erschließen, verstehen und souverän verwenden.

Sprachbad mit Tiefgang

In den Klassen 8 bis 10 legen wir das Fundament mit Grammatik, Wortkunde, Übersetzungstechnik und Sprachreflexion. In diesen drei Jahren beschäftigen sich unsere Schülerinnen und Schüler mit den großen Mythen der Griechen ebenso wie mit verschiedenen Modellen politischen Denkens oder unterschiedlichen Formen des Philosophierens. Gleichzeitig werden sie aber auch mit literarischen Stoffen und Gattungen vertraut und bekommen so spannende und interessante Einblicke in die Geistes- und Kulturgeschichte Europas – direkt an ihren Wurzeln.

In der Oberstufe bietet sich die faszinierende Gelegenheit, die „Entdeckung des Geistes“, die die Griechen vollzogen haben, und die auf frappante Weise der geistigen Entwicklung eines jungen Menschen gleicht, nachzuerleben.

Griechisch?
Unbedingt!

Homer „Naive“ Weltsicht, Gebundenheit in soziale Strukturen Kindliches Denken
Lyrik (Sappho) Entdeckung der Individualität, auf dem Weg zu sich selbst Pubertät
frühgriech. Philosophie (Thales, Heraklit) Fragen nach dem Woher? und Warum?
Sokrates, Platon Zweifel an Bindungen und Normen wie Familie, Religion, Gesetze, Neujustierung des Wertesystems Junge Erwachsene, Selbständigkeit

Griechenland live

Selbstverständlich sollen unsere Schülerinnen und Schüler all das, was Sie im Griechischunterricht mitgenommen haben, auch vor Ort erfahren: So können Sie im Rahmen unserer Studienfahrt nach Griechenland (12. Klasse) oder bei einem unserer Schüleraustausche mit Kalamata und Athen (ab 9. Klasse) das antike wie das moderne Griechenland unmittelbar erleben.

Fremdsprachen satt…

Griechisch zu lernen bedeutet nicht, auf moderne Fremdsprachen zu verzichten: an unserer Schule besteht die Möglichkeit, ab der 11. Klasse Italienisch als sog. spät beginnende Fremdsprache zu lernen (und dafür Latein abzulegen). Und wer an weiteren Sprachen interessiert ist, ist bei unseren Polnisch-Kursen (mit der Möglichkeit zum mündlichen Abitur) oder den Chinesisch-, oder Neugriechisch-Wahlkursen bestens aufgehoben.

P-Seminar in Griechisch

Im Rahmes des P-Seminars 2021-2024 sind Stop-Motion-Videos mit Playmobil zur griechischen Mythologie entstanden.

P Seminar Griechisch

Theseus und der Minotaurus